Pocket Brush Pen von Pentel im Test

Flexibel, vielseitig und für geübte Hände ein echtes Highlight

Der Pinselstift von Pentel, den ich zum Testen in den vier verfügbaren Farben Schwarz, Grau, Sanguine und Sepia erhielt, ist vergleichsweise leicht und liegt angenehm in der Hand. Jeder Stift ist äußerlich schwarz und hat in der Mitte einen kleinen Ring in der Farbe der mitgelieferten Tintenpatrone. Auch die Kappe hat ein abgerundetes Ende in dieser Farbe – so kann man die Stifte gut voneinander unterscheiden.


Handhabung und Tinte
Die Patrone lässt sich einfach und sauber ins Gehäuse drücken. Nach wenigen Minuten Wartezeit ist die pigmentierte Tinte bis ganz nach vorne in die etwa 1 cm lange weiße Spitze des Stiftes gelaufen.
Schon die ersten Schreibversuche zeigen die Eigenschaften des Pinselstiftes: Die Spitze ist weich und flexibel, Strichstärken von ungefähr 0,5 bis 5 mm sind möglich. Man spürt keinen Gegendruck, fast so, als würde man mit einem Rundhaarpinsel schreiben. Der Stift gleitet über das Papier und nimmt jede kleine Bewegung mit. Wie beim Malen sieht man sofort, ob man eine ruhige Hand hat und den Druck kontrollieren kann. Bei starker Druckausübung oder schnellen Strichen fransen die Ränder manchmal aus – für mich sind das aber reizvolle Effekte.
Die Tinte fließt stets gut nach. So kann man sogar in Gegenrichtung schreiben oder malen, etwa einen Kreis in einem Zug, ohne absetzen zu müssen.


Erste Versuche
Mein erstes Bild mit den Brush Pens: ein Frauenkopf, Kreise im Hintergrund, ein kleiner Blumenkasten und ein paar Wörter. Zuerst mit Bleistift vorgezeichnet, dann mit Schwarz und Sanguine nachgezogen, Bleistiftreste radiert und anschließend einige Elemente mit Aquarellfarbe übermalt. Dabei fiel mir auf: Die wasserfeste Tinte trocknet zwar innerhalb von Sekunden, man sollte aber sicherheitshalber prüfen, ob sie schon fest ist, um nichts zu verwischen. In meinem Fall haben die Aquarellfarben die Linien etwas verblassen lassen – ein schnelles Nachziehen mit dem Stift hat sie wieder kräftig gemacht.

Das Bild „Creating letters“ zeigt alle vier Farben: „Creating“ in Schwarz und Grau, „letters“ in den beiden Brauntönen.
Beim Bild „Die Welt im Wandel“ habe ich die Brauntöne (Sanguine und Sepia) zusammen mit einem schwarzen 0,1 mm Fineliner verwendet.


Auf Transparentpapier
Auch auf Transparentpapier funktioniert der Pocket Brush gut. Ich habe mit dem grauen Stift gearbeitet und das beschriebene Transparentpapier im Garten vor Pflanzen und Gräser gehalten. Fotografiert ergeben sich tolle Effekte: die Kalligrafie im Vordergrund, dahinter das Spiel von Licht und Schatten.


Mein Fazit
Ich würde den Pocket Brush Pen allen empfehlen, die gerne Handlettering machen und darin schon etwas geübter sind. Mit seiner weichen Spitze verlangt er eine ruhige Hand, wenn das Schriftbild gleichmäßig werden soll. Feine Linien verwackeln schnell, daher sind Fineliner oder härtere Brush Pens für Anfänger wahrscheinlich einfacher.

Die vier Farben lassen sich schön kombinieren, nur das Grau könnte für meinen Geschmack heller sein, da es sich kaum vom Schwarz abhebt. Überlagert man Linien, wird das Grau noch dunkler und unterscheidet sich kaum.

Geeignet ist der Pocket Brush Pen zum Schreiben, Zeichnen, für Mangas oder Comics. Dank der flexiblen Pinselspitze entstehen spannende Effekte, die sich mit Aquarellfarben, Markern, Bunt- oder Filzstiften weiterbearbeiten lassen.

Nach zwei Wochen intensiver Nutzung zeigt sich kein Verschleiß: Die Spitze ist formstabil, franst nicht aus und haart nicht. Die Patronen sind ergiebig und die Stifte trocknen selbst bei Temperaturen um 25 bis 30 Grad nicht ein.



Autorin: Melanie Jung
Bildrechte: Melanie Jung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert