Aus Alt mach Neu – Kalligrafie auf Holz und Porzellan

Es muss nicht immer Papier sein, das man wunderschön beschriften kann. Wie wäre es mit
ein paar schönen Worten auf einer alten Kiste oder auf altem Geschirr?



Beim Durchstöbern von Trödelmärkten gerate ich regelmäßig ins Schwärmen, es gibt so vieles aus vergangenen Zeiten zu entdecken, alte Mehlsiebe in verschiedenen Größen, kleine Fußhocker mit geschwungenen Beinen, große, schwere Mangelrollen. An ihnen nagt der Zahn der Zeit, was ihren Charme ausmacht. All diese Dinge haben in der heutigen schnelllebigen Zeit einen ganz besonderen Reiz auf mich. So erzählen ihre Gebrauchsspuren oftmals ihre ganz eigene Geschichte und erinnern mich an Zeiten, in denen das Handwerk noch zählte. Meine große Aufmerksamkeit gilt alten Backbrettern, mal rund, mal eckig, Teigrollen oder außergewöhnlichen Holzkisten. Sie bieten, neben den oben genannten Dingen, eine schöne Fläche zum Beschreiben, um aus einem Flohmarktfund ein tolles Einzelstück zu machen.


Aufgetischt – eine Etagere aus altem Geschirr

Wer zu Hause noch Geschirr hat, was er nicht mehr braucht, kann daraus leicht und schnell eine dekorative Etagere zaubern.
Hierfür benötigt man: eine Tasse, drei Teller in unterschiedlichen Größen, eine Gewindestange, einen Diamantbohrer und ein wenig Malerkrepp. In der Mitte der Teller und am Boden der Tasse habe ich ein Loch von außen durch das Porzellan gebohrt. Damit dieses nicht abplatzt, klebe ich vor dem Bohren ein Stück Malerkrepp auf die Bohrstelle, auf die ich meine Markierung mit Bleistift zeichne. Sind die Löcher gebohrt, kann man die Teile ganz einfach zusammenbauen. Besonders schön finde ich, die Tasse als Kopf der Etagere, dort kann man ein paar Blumen hineinstellen. Damit die Etagere zum außergewöhnlichen Unikat wird, habe ich das Geschirr zuvor mit einem Gedicht beschrieben und danach im Ofen gebrannt – somit ist das Porzellan abwaschbar. Ob Gebäck, Pralinen oder lieber Knabberzeug, dieses schmückende Beiwerk sieht auf jedem Tisch toll aus.


Chalklettering – ein Backbrett wird zur Tafel

Chalkboards entdeckt man überall. Meist schmücken diese Kreidetafeln, opulent beschriftet und mit kleinen Illustrationen versehen, viele Cafés als Angebotsschild. Man kann sie abwischen und immer wieder neu beschriften. Für meine kleinere Variante habe ich mich für ein altes Backbrett entschieden, das ich erst angeschliffen habe, um eine glatte, saubere Oberfläche zu bekommen. Danach habe ich mit Malerkrepp einen Rand abgeklebt, diesen dann weiß gestrichen und die Fläche mit schwarzer Tafelfarbe zweimal nachgestrichen. Nach einer kurzen Trocknungszeit ist die Tafel nun fertig zum Beschreiben. Ein Lieblingsrezept, eine Botschaft für den Liebsten oder um darauf eine Einkaufsliste zu schreiben – diese Tafel ist vielseitig einsetzbar. Verschiedene Kreidestifte machen das Schreiben darauf kinderleicht. Tipp: Bringt man noch dekorative Haken an das Brett an, hat man gleichzeitig ein praktisches Schlüsselboard.


Ordnungshüter – eine Werkzeugkiste wird zum Zeitschriftenständer

Es gibt viele Verwendungsmöglichkeiten für eine alte Kiste. In diesem Beispiel habe ich mich dazu entschieden, eine alte Werkzeugkiste mit einem schönen Spruch aufzuhübschen. Auch dafür habe ich erst die Fläche angeschliffen, die beschriftet werden soll. Dafür sollte man die Länge des Spruches beachten, er darf nicht zu lang oder zu kurz sein. Es ist einfacher, diesen Spruch auf Papier vorzuschreiben, um dann die passende Schriftgröße zu bestimmen und bösen Überraschungen vorzubeugen. Bestückt mit Lieblingsmagazinen, wird daraus ein origineller und einzigartiger Zeitschriftenständer. Eine weitere Variante wäre, die Kiste mit Kräutertöpfen zu bepflanzen oder mit einer Beschriftung zu versehen. Das schmückt jede Fensterbank.


Bitte nehmen Sie Platz – der Stuhl bekommt ein neues Gesicht

Ein schlichter Stuhl muss nicht schlicht bleiben. Hauchen Sie einem alten Stuhl wieder neues Leben ein und machen Sie ihn zum Blickfang in Ihrer Wohnung. Dazu braucht es nicht viel, ein weißer Anstrich, ein Gedicht auf der Sitzfläche, darauf ein gemütliches Kissen oder eine Kerze in der Mitte und schon verleiht man einem alten Stuhl wieder neuen Glanz. Auch in diesem Beispiel sollten die Flächen vorher geschliffen werden, um eventuelle Unebenheiten auszugleichen. Da Rundgeschriebenes für mich eine besondere Herausforderung darstellt, schreibe ich den Text grundsätzlich mit Bleistift auf der Fläche vor, so kann ich leicht korrigieren, sollte ich mich verschätzt haben. Tipp: Es muss nicht „Schwarz auf Weiß“ sein, zarte Pastelltöne mit angeschliffenen Kanten verleihen einen schönen Shabby-Look.




Backe, backe, Kuchen – alte Teigrolle schön beschriften

Auf meinen Streifzügen über die Trödelmärkte haben es mir alte Teigrollen besonders angetan. Raritäten aus weißem Porzellan oder die klassischen Rollen aus Holz verwende ich immer wieder, um sie zu beschriften. Gern verschenke ich das ein oder andere Stück mit einem schönen Spruch darauf, liebevoll verpackt mit einem Kuchenrezept, handgeschrieben auf hochwertigem Papier und ganz individuell abgestimmt auf die Person. Wer damit anderen, so wie ich, eine Freude machen möchte, braucht neben der Teigrolle nur den passenden Stift. Mit Kreppband schafft man eine gerade Linie und kann den Spruch seiner Wahl darauf schreiben. So ein persönliches Mitbringsel hinterlässt mit Sicherheit einen bleibenden Eindruck.


Materialliste:
Kreidetafel
– Rico Design Tafelfarbe schwarz
– Stationary Island Chalk Marker D60 weiß
– Securit Chalk Marker 1-2mm weiß
– Swingcolor 2 in 1 Weißlack seidenmatt
– Schleifpapier, Malerkrepp
Zeitschriftenständer
– Pro Art feine Acrylfarbe weiß
– Pinsel
Stuhl
– Swingcolor 2 in 1 Weißlack seidenmatt
– Pro Art feine Acrylfarbe schwarz
– Pinsel, Schleifpapier
Teigrolle
– Pro Art feine Acrylfarbe weiß
– Pinsel
Etagere
– edding Porcelain Pen calligraphy 160 Grad 1-4 mm schwarz
– Geschirr
– Gewindestange
– Diamant-/Porzellanbohrer




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Über die Autorin:

Hobbykalligrafin aus Leidenschaft
Manuela Hubrich
E-Mail: manuela.hubrich@gmx.de
www.facebook.com/handgewandt

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