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Mit offenen Augen durch die Welt
LAMY begleitet Inhong Park durch die internationale Urban-Sketching-Szene. Inhong Park zeichnet Orte, wie sie sie erlebt.
Andreas Hollender, Herausgeber
Inhong Park zeichnet Orte, wie sie sie erlebt. Menschen, Licht, Architektur und handschriftliche Notizen finden in ihren Skizzen zusammen. LAMY unterstützt die koreanische Künstlerin bei ihren Workshops und stärkt damit eine internationale Gemeinschaft, die ihre Umwelt mit Stift und Papier neu entdeckt.
Ein Skizzenbuch, einige Farben und ein verlässliches Schreibgerät genügen, um aus einer Reise eine persönliche Bildergeschichte entstehen zu lassen. Urban Sketcher zeichnen unmittelbar vor Ort. Sie halten Plätze, Straßen und Begegnungen fest, während das Leben um sie herum weitergeht.
Für LAMY liegt in dieser Kunstform eine besondere Nähe zur eigenen Schreibkultur. Ein Gedanke wird durch die Bewegung der Hand sichtbar. Eine Linie kann ein Gebäude beschreiben, eine Stimmung ausdrücken oder Teil einer handschriftlichen Erinnerung werden.
Urban Sketching verbindet damit mehrere Bereiche, die LAMY seit vielen Jahren begleitet: Schreiben, Zeichnen, Gestalten und die Freude am persönlichen Ausdruck.
Diese Verbindung wird im Juli 2026 auch beim internationalen Urban Sketchers Symposium in Toulouse sichtbar. Vom 15. bis 18. Juli kommen dort Zeichnerinnen und Zeichner aus unterschiedlichen Ländern zusammen. LAMY unterstützt die Veranstaltung als Bronze-Sponsor und fördert ausgewählte Workshops.
Eine der Künstlerinnen, deren Arbeit LAMY in Toulouse begleitet, ist Inhong Park.
Von der Mode zur freien Illustration
Inhong Park studierte ursprünglich Modedesign, bevor sie ihren Weg als Illustratorin und Urban Sketcherin einschlug. Ihre frühere Ausbildung ist in ihren heutigen Arbeiten weiterhin deutlich spürbar.
„Für mich bedeutet Mode weit mehr als das Entwerfen von Kleidung. Es geht darum, Menschen, Räume, Farben, Materialien und die Atmosphäre einer bestimmten Zeit zu verstehen“, erklärt sie.
Wenn Inhong Park einen Ort betrachtet, richtet sich ihr Blick daher auf weit mehr als die sichtbare Architektur. Sie beobachtet, wie sich Menschen durch einen Raum bewegen, wie Farben miteinander wirken und welche Geschichten sich dort entwickeln.
Auch die gestalterischen Grundlagen aus dem Modedesign begleiten sie. Proportionen, Harmonie, Farbbeziehungen und ein klarer visueller Fluss bestimmen den Aufbau ihrer Skizzen.
„Beim Skizzieren geht es mir nicht allein darum, einen Ort zu dokumentieren. Ich möchte seine Atmosphäre und die damit verbundenen Gefühle gestalten und zum Ausdruck bringen.“
Damit beschreibt sie einen wesentlichen Gedanken des Urban Sketchings. Eine Zeichnung muss keine vollständige Wiedergabe der Wirklichkeit sein. Sie bewahrt die persönliche Wahrnehmung eines Augenblicks.
Der Gedanke vor dem ersten Strich
Urban Sketching entsteht unter Bedingungen, die sich kaum kontrollieren lassen. Menschen kommen und gehen, Fahrzeuge verdecken das Motiv, Schatten wandern und das Wetter kann sich innerhalb kurzer Zeit verändern.
Inhong Park beginnt daher nicht sofort mit dem Zeichnen.
„Die erste Frage, die ich mir stelle, lautet nicht: Was soll ich zeichnen? Ich frage mich: Warum möchte ich diesen Ort zeichnen?“
Sie beobachtet zunächst, aus welcher Richtung das Licht kommt, wie sich Menschen bewegen und was den jeweiligen Platz für sie besonders macht. Manchmal ist es die Oberfläche eines alten Gebäudes. Ein anderes Mal fällt ihr das Nachmittagslicht auf, das sich in einem Fenster spiegelt. Auch eine flüchtige Bewegung kann zum Ausgangspunkt eines Bildes werden.
Sobald sie das zentrale Thema ihrer Skizze erkannt hat, lassen sich die wechselnden Eindrücke leichter ordnen. Vorbeigehende Menschen, Fahrzeuge und wandernde Schatten werden gedanklich zu einer stimmigen Szene verbunden.
Anschließend vereinfacht sie die wichtigsten Formen und entwickelt eine Komposition, durch die sich der Blick auf natürliche Weise bewegen kann.
Die Zeichnung beginnt damit bereits vor dem ersten Strich. Sie beginnt mit Aufmerksamkeit.
Werkzeuge für den unmittelbaren Ausdruck
Beim Zeichnen vor Ort muss ein Schreibgerät verlässlich funktionieren. Es wird aus der Tasche genommen, auf einer Parkbank, einer Treppe oder am Rand einer belebten Straße verwendet und anschließend wieder eingepackt.
LAMY entwickelt Schreibgeräte, die Menschen bei diesem unmittelbaren kreativen Prozess begleiten. Besonders der LAMY safari hat innerhalb der Urban-Sketching-Gemeinschaft viele Anhänger gefunden.
Sein robustes Gehäuse und die ergonomische Griffzone machen ihn zu einem geeigneten Begleiter für längere Zeichenphasen. Unterschiedliche Federspitzen ermöglichen feine, breite oder besonders ausdrucksstarke Linien. Damit kann der Füllhalter an die eigene Arbeitsweise angepasst werden.
Beim Urban Sketching kann eine feine Feder architektonische Einzelheiten und leichte Konturen festhalten. Breitere Linien eignen sich, um Formen zu betonen oder dunkle Bereiche aufzubauen. Auch die Wahl der Tinte verändert die Wirkung einer Zeichnung.
Inhong Park verwendet bereits einen Füllhalter, den sie von LAMY erhalten hat. Für sie treffen dabei Zeichnung und Handschrift aufeinander. Sie plant, ihre Erfahrungen mit dem Schreibgerät auch in einem eigenen Video zu zeigen.
Der Stift tritt in ihren Arbeiten nicht als bloßes Produkt auf. Er wird Teil einer persönlichen Bewegung. Die Linie folgt dem Blick, der Erinnerung und dem Rhythmus ihrer Hand.
Klarheit durch bewusstes Weglassen
Städte bieten mehr Informationen, als auf einer einzelnen Seite Platz finden können. Fassaden, Fenster, Bäume, Fahrzeuge, Schilder und Menschen konkurrieren um Aufmerksamkeit.
Inhong Park entscheidet daher sehr bewusst, welche Elemente für ihre Zeichnung wichtig sind.
„Wenn ich versuche, alles zu zeichnen, werden die wichtigsten Elemente häufig unsichtbar. Daher konzentriere ich mich auf ein einzelnes Motiv und überlege sehr bewusst, was ich weglassen kann.“
Vor dem Zeichnen fragt sie sich, welches Gefühl sie von der jeweiligen Szene bewahren möchte.
Ist es das warme Licht eines Abends, betont sie den Kontrast zwischen Licht und Schatten. Architektonische Einzelheiten können dabei zurücktreten. Bei einem lebhaften Markt erhalten Bewegung und Farbe mehr Gewicht.
„Elemente, die nicht zur Geschichte beitragen, lasse ich ohne Zögern weg. Statt die Wirklichkeit exakt so zu kopieren, wie sie vor mir liegt, gestalte ich die Szene neu, damit sie meine Wahrnehmung und meine Gefühle deutlicher vermittelt.“
Mauern, Säulen, Bäume und Schilder setzt sie als kompositorische Werkzeuge ein. Sie rahmen das Motiv, schaffen Tiefe oder lenken die Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Bereich.
Auch freie Flächen gehören zu diesem Aufbau. Sie geben dem Bild Ruhe und lassen das zentrale Motiv deutlicher hervortreten.
Kreative Freiräume in Toulouse
Dieser bewussten Reduktion widmet Inhong Park beim Urban Sketchers Symposium in Toulouse ihren Workshop „Building Space Through Intentional Emptiness“.
Sie zeigt den Teilnehmenden, wie räumliche Tiefe durch gezielt eingesetzten Leerraum entstehen kann. Vordergrundelemente, offene Flächen und klare Schwerpunkte helfen dabei, eine Komposition zu entwickeln, ohne jeden Bereich der Seite auszuarbeiten.
In ihrer Demonstration „Beyond Green“ beschäftigt sie sich außerdem mit der Wirkung differenzierter Grüntöne. Durch verschiedene Farbmischungen entstehen Landschaften, die mehr Tiefe und Atmosphäre erhalten.
Mit der Unterstützung dieser Angebote fördert LAMY nicht allein eine einzelne Künstlerin. Das Unternehmen schafft Raum für den Austausch von Wissen, Erfahrung und neuen Ideen.
Workshopteilnehmende erhalten die Möglichkeit, Inhong Parks Arbeitsweise unmittelbar zu erleben. Sie können beobachten, wie aus einem komplexen Motiv eine klare Komposition entsteht und wie persönliche Entscheidungen den Charakter einer Zeichnung prägen.
Eine internationale Gemeinschaft
Inhong Park reist für ihre künstlerische Arbeit und ihre Workshops durch unterschiedliche Länder. Orte wie Marrakesch, Oslo und Hongkong finden sich in ihren Arbeiten wieder.
Jede Stadt besitzt eine eigene Architektur, besondere Farben und einen unverwechselbaren Rhythmus. Beim gemeinsamen Zeichnen begegnet ihr jedoch immer wieder etwas Verbindendes.
„Obwohl jede Stadt anders aussieht, habe ich gelernt, dass sich Menschen, die zeichnen, in ihrem Innersten erstaunlich ähnlich sind.“
Urban Sketcher müssen nicht dieselbe Sprache sprechen, um miteinander in Kontakt zu kommen. Sie sitzen gemeinsam an einem Ort, betrachten dasselbe Motiv und entwickeln daraus vollkommen unterschiedliche Bilder.
Manche konzentrieren sich auf Gebäude. Andere achten auf Gesichtsausdrücke, Begegnungen oder Bewegungen. Jede Zeichnung zeigt zugleich den Ort und die Perspektive der Person, die ihn betrachtet.
„Durch diese Erfahrungen habe ich erkannt, dass großartige Zeichnungen nicht allein durch technische Fähigkeiten entstehen. Am Anfang stehen Neugier und Offenheit.“
Für Inhong Park ist Urban Sketching daher weit mehr als eine zeichnerische Technik.
„Für mich ist Urban Sketching eine Möglichkeit, neue Welten zu entdecken, und zugleich eine Sprache, die Menschen miteinander verbindet.“
Diese Haltung gehört auch zum Engagement von LAMY. Das Unternehmen stellt Schreibgeräte bereit und unterstützt Orte, an denen Menschen voneinander lernen, gemeinsam gestalten und ihre individuellen Ausdrucksformen weiterentwickeln können.
Handschrift als Teil des Bildes
Inhong Parks Arbeiten enden häufig nicht mit dem letzten gezeichneten Strich. Neben ihren Motiven hält sie Ortsnamen, Wetterbeobachtungen und persönliche Eindrücke handschriftlich fest.
Diese Notizen dienen nicht allein als Information. Sie werden Teil der Gestaltung und bewahren die Stimmung eines bestimmten Augenblicks.
„Für mich ist Handschrift weit mehr als eine Möglichkeit, Informationen zu vermitteln. Sie ist eine weitere Form des Zeichnens, die den Rhythmus und die Gefühle eines bestimmten Augenblicks festhält.“
Hier berührt ihre Arbeit unmittelbar die Welt der Kalligrafie und des Handletterings. Schrift besitzt neben ihrem Inhalt immer auch eine sichtbare Form. Bewegung, Druck, Schreibgeschwindigkeit und Schreibgerät beeinflussen ihre Wirkung.
Derselbe Satz kann abhängig von der Feder und dem Rhythmus der Handschrift ruhig, lebendig oder nachdenklich erscheinen.
LAMY bietet für seine Füllhalter unterschiedliche Federspitzen an. Feine Federn ermöglichen eine zurückhaltende Linienführung, während breitere und kalligrafische Federn Schrift und Zeichnung einen stärkeren Ausdruck verleihen. Der Wechsel der Feder eröffnet damit neue gestalterische Möglichkeiten, ohne dass ein vollständig anderes Schreibgerät benötigt wird.
Auch die Tinte wird zum gestalterischen Bestandteil. Linien können klar stehen bleiben, durch Wasser verändert oder mit Farbe kombiniert werden. So entstehen Übergänge zwischen Schreiben, Zeichnen und Malen.
Persönliche Erinnerungen auf Papier
Für Inhong Park gehören Bild und Wort eng zusammen.
„Ich glaube, dass Bilder noch ausdrucksstärker werden, wenn sie von Worten begleitet werden.“
Eine Fotografie kann einen Ort innerhalb eines Augenblicks erfassen. Eine Zeichnung verlangt Zeit, Beobachtung und Auswahl. Wer vor Ort zeichnet, bleibt länger und beschäftigt sich intensiver mit seiner Umgebung.
Die handschriftlichen Notizen ergänzen das Sichtbare um eine persönliche Ebene. Sie bewahren Namen, Gedanken und kleine Eindrücke, die später wieder an den Moment erinnern.
„Die Handschrift trägt die Stimmung des Tages, die Bewegung meiner Hand und die Atmosphäre der Umgebung in sich.“
Ein passendes Schreibgerät unterstützt diesen Prozess, ohne ihn zu bestimmen. Es soll zuverlässig sein, gut in der Hand liegen und der eigenen Bewegung folgen. Das Werkzeug bleibt im Hintergrund, während die persönliche Linie sichtbar wird.
Hier treffen Inhong Parks künstlerische Haltung und das Selbstverständnis von LAMY aufeinander. Kreativität entsteht durch den Menschen. Das Schreibgerät hilft dabei, Gedanken, Beobachtungen und Erinnerungen auf Papier zu bringen.
„Für mich ist Urban Sketching ein Reisetagebuch, das aus Bildern und Worten entsteht. Die Handschrift verleiht diesen Erinnerungen Wärme und Persönlichkeit.“
Gemeinsam kreative Impulse setzen
Mit seinem Engagement beim Urban Sketchers Symposium in Toulouse unterstützt LAMY eine weltweite Bewegung, die Menschen zum bewussten Beobachten und zum analogen Gestalten einlädt.
Inhong Park steht exemplarisch für diese Verbindung. Sie reist, unterrichtet, zeichnet und teilt ihre Erfahrungen mit anderen. Ihre Arbeiten zeigen, wie aus einem Ort eine persönliche Geschichte wird.
LAMY begleitet sie dabei mit Schreibgeräten und durch die Förderung ihrer Workshops. Das Unternehmen macht sichtbar, dass Füllhalter, Tinte und Feder weit mehr ermöglichen als geschriebene Sätze. Sie können Architektur erfassen, Licht beschreiben, Bewegungen festhalten und Erinnerungen bewahren.
Am Ende beginnt jede dieser Geschichten mit einer einfachen Handlung: Ein Mensch setzt einen Stift auf das Papier und zieht die erste Linie.
Interview: Andreas Hollender
Die Antworten von Inhong Park wurden aus dem Englischen übersetzt.